Der Bundeskanzler und seine Rolle in der Bundespolitik

In Deutschland wird die Regierung vom Bundeskanzler bzw. von der Bundeskanzlerin angeführt. Diese Position ist eine der bedeutendsten in der deutschen Politik: Als Bundeskanzler besitzt man die sogenannte Richtlinienkompetenz und trägt die Verantwortung für die Ernennung der Bundesminister. Mit dem Begriff „Richtlinienkompetenz“ wird beschrieben, dass der Kanzler bzw. die Kanzlerin dafür zuständig ist, die Richtlinien der Politik der eigenen Regierung zu bestimmen. Aufgrund dieser herausragenden Rolle des Bundeskanzlers ist er in der Regel der bekannteste Politiker in Deutschland. Er kann dabei auch schnell in die Kritik von Öffentlichkeit, Parteien und Medien geraten.

Die Wahl des Bundeskanzlers

Gewählt wird der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin nicht direkt vom Volk. Das Volk wählt aber die Parteien und Abgeordneten, die später im Bundestag den Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin wählen. Den Wahlberechtigten ist in aller Regel bereits während des Wahlkampfes bekannt, welche Kanzlerkandidaten die einzelnen Parteien oder potenziellen Koalitionen aufgestellt haben. Formal ist der Ablauf der Wahl des Bundeskanzlers so gestaltet, dass der Bundespräsident dem neuen Bundestag einen Kandidaten vorschlagen muss. Dabei muss der Bundespräsident zwar nicht den Kandidaten der bei der Wahl erfolgreichen Partei vorschlagen, de facto haben das bisher aber alle Bundespräsidenten getan. Nachdem der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin gewählt wurde, kann er/sie die Bundesminister berufen. Diese stammen in der Regel aus der Partei, der auch der Kanzler/die Kanzlerin angehört, sowie von etwaigen Koalitionspartnern.

Das Ende einer Kanzlerschaft

Mit der Bundestagswahl wird die Zusammensetzung des Bundestages für die folgenden vier Jahre bestimmt. In der Regel bleibt der zu Beginn dieser Legislaturperiode gewählte Bundeskanzler bis zum Ende dieser Phase im Amt. Bei den folgenden Wahlen kann seine Partei ihn erneut als Kanzlerkandidaten aufstellen, sodass er rein theoretisch mehrmals hintereinander zum Kanzler gewählt werden kann. Ein Bundeskanzler kann aber auch während der Legislaturperiode sein Amt verlieren. Das ist zum Beispiel dann möglich, wenn ein konstruktives Misstrauensvotum zu seinen Ungunsten ausgeht, wenn der Bundeskanzler aus eigenem Antrieb zurücktritt oder wenn die vom Bundeskanzler gestellte Vertrauensfrage scheitert und er in diesem Zuge den Bundespräsidenten um die Auflösung des Bundestages bittet.

Die Bundeskanzler Deutschlands

Die Bundesrepublik Deutschland hat seit ihrem Bestehen acht Bundeskanzler gehabt. Am längsten im Amt war dabei Helmut Kohl (16 Jahre), gefolgt von Konrad Adenauer (14 Jahre). Die deutschen Bundeskanzler waren (in dieser Reihenfolge): Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Seit 2005 führt mit Angela Merkel die erste Frau eine Bundesregierung an. Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder gehören/gehörten der SPD an, während die übrigen Bundeskanzler und die aktuelle Bundeskanzlerin CDU-Politiker waren bzw. sind.


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