Was kann die moderne Demokratie von der antiken Demokratie lernen?

Diese Hausarbeit ist in den Bereich Politische Philosophie einzuordnen und sie beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die politische Philosophie zwischen moderner und antiker Demokratie unterscheidet? m Allgmeinen stellt innerhalb von Demokratien das Volk nicht nur den höchsten Souverän dar, sondern ist auch dafür zuständig, politisches Handeln per Wahl zu legitimieren. Das bekannteste Beispiel für funktionierede Demokratie in der Antike ist laut Politische Philosophie die athenische Polisdemokratie. Hier hat das Volk die direkte Herrschaft. Im Gegensatz dazu kategorisiert die Politische Philosophie moderne Demokratien eher als repräsentativ, d.h. die Bürger bestimmen Repräsentanten, welche für das Volk politisch Entscheidungen treffen und dafür gegenüber dem Volk verantwortlich sind. Desweiteren ist für Politische Philosophie ein Kennzeichen für die modernen Demokratien, dass die politische Macht in Form von horizontaler Gewaltenteilung - Legislative, Judikative sowie Exekutiv - gemildert wird. Diese drei Ebenen hängen voneinander ab und kontrollieren sich gegenseitig. Ein anderes Kennzeichen, welche das antike Griechenland nicht kannte, ist die vertikale Gewaltenteilung von föderativen Staaten, was ebenso auf eine Einschränkung der politischen Macht abzielt. Desweiteren kannte die athenische Polisdemokratie keine Parlamente und auch keine Parteien. Die modernen Demokratien hingegen sind gekennzeichnet durch die Existenz von Parteien, Parlamenten sowie Verbänden. Laut Grundgesetz haben die Parteien die Aufgabe, bei der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken. Außerdem wird politische Herrschaft in den modernen Demokratien auch durch das Rechtsstaatsprinzip eingeschränkt. Denn in der Verfassung sind die Grundrechte und Menschenrechte, aber auch politische Organisation sowie die Aufteilung der politischen Zuständigkeiten schriftlich festgelegt worden.

Laut politischer Philosophie entstand die Idee eines Staates, wo nur das Gesetz vorherrscht und somit allen Bürgern Rechtssicherheit gewährt, bereits in der griechischen Antike. Weitere Unterschiede der modernen Demokratie zur antiken Demokratie sind, dass Politik als Tätigkeit zu einem Beruf geworden ist. Die gewählten Parlamentarier üben ihren Regierungsauftrag gegen ein festgelegtes Entgelt. Diese Repräsentanten treffen die politischen Entscheidungen. Heuzutage prägen vor allem die Medien die öffentliche Meinung, welche weit mehr sind als reine Informationsinstitutionen. Sie besitzen die Macht, gesellschaftliche Werte zu entwickeln und zu bestärken, andererseits schaffen sie Passivität. Die antike Demokratie kannte nach Erkenntnissen der politischen Philosophie auch keine Bürokratie und auch keinen Staatsdienst. Während heutzutage innerhalb den modernen Demokratien ein besonders hoher Grad an Bürokratisierung in den privaten Unternehmen und Institutionen und auch in der Regierung vorherrscht, der nur durch einen hohen Verwaltungsaufwand bewältigt werden kann. Die modernen Demokratien und insbesondere die Politik sind bestimmt durch die Öknonomie, es gibt heutzutage beispielsweise aufgrund der Globaliserung weltweite Firmenverflechtungen, auf die die Politik kaum Einfluss nehmen kann.

Nach der Politischen Philosophie ist die antike Polisdemokratie in jedem Fall ein Vorbild. Insbesondere dadurch, dass die Bürger der Polis eine echte Gemeinschaft darstellten waren, die in der politischen Tätigkeit, die Aufgabe sahen, um die Öffentlichkeit zu einer verantwortlicheren Haltung hin zuerziehen. Besonders negativ benennt die Politische Philosphie die Tatsachen, dass in dem griechischen Stadtstaat Frauen, Sklaven und Fremde keine Rechte besaßen. Insbesondere gab es keine persönlichen Freiheitsrechte. In den modernen Demokratien hingegen, wurde in der Verfassung schriftlich verankert, dass vor dem Gesetz jeder Mensch gleich ist. Im antiken Athen wurden Sklaven offen ausgebeutet, da man davon überzeugt war, dass einige Menschen von Natur aus dazu bestimmt sind, Sklaven zu seien. Heutzuage ist das zum Glück anders. 2005 zählten 191 Staaten zu den Vereinten Nationen, welche alle die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 anerkannt haben. Insbesondere der Artikel 4 besagt, dass Sklaverei oder Sklavenhandel verboten sind. Der größte Nachteil der antiken Demokratie war laut Politischer Philosophie, dass die Entscheidungsfreiheit der ekklesia unbeschränkt war. Zur Spätphase des Peloponnesischen Krieges stimmte die Volksversammlung sogar für die Abschaffung der Demokratie, was wiederum nur für kurze Zeit andauerte.

Im Laufe dieser Hausarbeit sollte verdeutlicht werden, dass die antike Demokratie möglicherweise als Vorbild für unsere heutige Demokratie gesehen werden kann. Im Großen und Ganzen kann man die antike Demokratie aber nicht vollständig mit der modernen Demokratie vergleichen. Heutzutage besitzen alle Bürger politische Partizipationsrechte und politische Parteien handeln zwischen Volk und politischer Regierung. Der Basisgrundsatz der Demokratie, der bereits in der Antike galt, ist auch heute noch aktuell, und zwar, dass die Herrschaft innerhalb eines Staates, auf dem Volkswillen basieren muss und die Regierenden hinsichtlich ihren Entscheidungen gegenüber ihren Bürgern rechenschaftpflichtig sind.

Weitere Philosophie Referate

Lerntipps
Die folgenden Lerntipps für Schüler und Eltern sollen als Anregung und Ratgeber für ein effektives und richtiges Lernen dienen.
Btn-mehr
Spicken - Spicktricks
Du brauchst einen Spickzettel ? Erfolgreich spicken ohne erwischt zu werden - die besten Tipps und Tricks findest du hier !
Btn-mehr
Nachhilfe
Individuell erfolgreicher lernen sowie bessere Schulnoten durch den Einsatz gezielter Nachhilfe.
Btn-mehr