René Descartes - "Cogito ergo sum"

Er war Soldat und Diplomat, Mathematiker und nicht zuletzt auch Philosoph. Geboren am 31. März 1596 in La Haye en Touraine in zentral Frankreich, lebte lange in den Niederlanden und starb am 11. Februar 1650 am schwedischen Königshof: René Descartes oder, latinisiert, Renatus Cartesius. Descartes gilt als der Begründer des frühneuzeitlichen Rationalismus, als "Erfinder der analytischen Geometrie" und arbeitete unter anderem an Problemen der Optik. Der brillante Gelehrte erforschte aber auch das Wesen des Menschen. Er war der Erste, der Körper und Geist scharf trennte: Für ihn war der Körper eine Art komplizierte Maschine, in der der Geist hauste.

Doch die größten Folgen hatte der Zweifel des Descartes, welcher zum Grundelement seiner Philosophie wurde. Für ihn war der Zweifel Grundlage jeder analytischen Überlegung. Natürlich hatten schon die Philosophen und Wissenschaftler vor Descartes an bestimmten Dingen Zweifel angemeldet, ältere Theorien verworfen oder neue Gedanken diskutiert. Doch alle gingen von bestimmten, unumstößlichen Gewissheiten aus - etwa davon, dass Gott existiere. Doch nicht so Descartes. Dies führte beispielsweise dazu, dass 1663 die Schriften über die Philosophie des Descartes' von der Kirche und dem Vatikan auf den Index "librorum prohibitorum" (zu deutsch etwa das "Verzeichnis der verbotenen Bücher") gesetzt wurden. Dieses rationale Denken des René Descartes ist in der Philosophie auch bekannt als Cartesianismus.

Der Rationalismus in der Philosophie des René Descartes entsteht dabei durch die Überwindung eines sogenannten methodischen Zweifels (oder im Original durch einen "doute méthodique"), welcher in der vorläufigen, aufgrund von Sinnestäuschungen, Traumerlebnissen oder sonstige Irrtümer begründeten Annahme besteht, dass, alles, was wir als wahr oder wirklich ansehen, möglicherweise als illusorisch oder falsch anzunehmen sein könnte. Bevor es also zu einer philosophischen Überprüfung von Gegebenen kommen kann, darf man an allem zweifeln, denn es könnte alles bloß eine Täuschung sein.

In zwei 1637 und 1641 veröffentlichten Abhandlungen stellte Descartes nun alles infrage, sein Zweifel zerstört alle Gewissheit - bis auf eine: Wer zweifelt, der denkt, und wer denkt, der muss auch existieren. Sein Schluss: "Cogito ergo sum" - ich denke, also bin ich. Dies ist der erste Grundsatz in der Philosophie des René Descartes.

Der Zweifel ist das Fundament der modernen Wissenschaft und Technik, der Gesellschaftslehre und der ganz persönlichen Selbsterfahrung. Zwar ist das Wissen des Menschen seither fast schrankenlos gewachsen, aber - mangels endgültiger Gewissheit - auch seine intellektuelle und emotionale Unsicherheit.


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