Die Borderline-Persönlichkeits-Störung

In der Psychologie bestehen viele Störungen und Krankheiten, welche viele Menschen zum ersten Mal hören, wenn sie selbst oder jemand aus dem Umfeld damit konfrontiert wird. Im nachfolgenden wird das Krankheitsbild der Borderline-Persönlichkeits-Störung (im folgenden BPS) näher erklärt.

Borderline heißt zu Deutsch Grenzlinie und war lange Zeit in der Psychologie nicht eindeutig diagnostizierbar. Der Begriff wurde erst 1938 von William Louis Stern geprägt. Dieser beschreibt Symptome die einen Grenzfall zwischen Psychose und Neurose darstellen. Das Kernelement und Ursprung dieser Krankheit ist eine emotional-instabile Persönlichkeit, wobei die Hauptschwierigkeit der Betroffenen in einer emotionalen Regulationsstörung liegt.

In der Psychologie wurden die Symptome in vier verschiedene Ebenen eingeteilt. Zu den körperlichen Symptomen zählen innerliche Hochspannung, Schlafstörungen, Alpträume, Konzentrationsstörungen, Taubheitsgefühle, innere Leere, Unwirklichkeitsgefühle und das Gefühl, vom Körper getrennt zu sein.

Auf der emotionalen Ebene leiden die Betroffenen unter Gefühlsüberflutungen, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Angstzustände, Schuld-, Scham-, Ekelgefühle, Wut, Ärger und raschen Stimmungsveränderungen zwischen Angst, Ärger und Depression.

Auf der gedanklichen Ebene werten sich Betroffene selbst ab, haben Versagensgedanken, machen sich Schuldvorwürfe, haben Gedanken der Hilfs- und Hoffnungslosigkeit und verfolgen ein Schwarzweiß-Denken.

Daraus resultieren schon fast die Symptome auf der Verhaltensebene, welche gekennzeichnet sind durch sozialen Rückzug, die Aufgabe von Kontakten, beruflichen und Freizeitinteressen, Beziehungskonflikten und die Unfähigkeit, Hilfe anzunehmen. Des Weiteren klammern viele Betroffene, da sie das Alleinsein vermeiden wollen. Auch kommt es oftmals zu impulsiven Handlungen. Dazu zählt Selbstbeschädigung, Selbstverletzung bis hin zum Versuch der Selbsttötung.

Die Psychologie vermutet die Ursachen in der Kindheit. Dazu zählen beispielsweise mangelndes "Urvertrauen" und Traumata in der Kindheit. Dies können Gewalterfahrungen (sexuell und körperlich) bzw. Vernachlässigung, Trennungen von wichtigen Bezugspersonen (z. B. Todesfall) sein.

Doch bedeutet das nun keineswegs, dass ein Trauma automatisch zu einer BPS führt. Und auch nicht jeder Borderliner ist traumatisiert.

Vielmehr ist es oftmals so, das BPS-Betroffene über eine Veranlagung vefügen woraus das Erleben sehr starker Emotionen resultiert. Negative als auch positive Gefühle werden wesentlich intensiver erlebt, als bei den meisten anderen Menschen. Diese halten bei BPS-Betroffenen länger an, so dass sie teilweise als unerträglich empfunden werden. Die Wissenschaftler der Psychologie gehen davon aus, dass Betroffene einem "invalidierendem Umfeld" ausgesetzt waren. Das Wort Validierung kommt aus dem lateinischen (abgeleitet von validus) und bedeutet stark, wirksam, gesund. Dabei erfuhren die Borderliner durch ihre Bezugspersonen keine Unterstützung und Bestätigung ihrer Gefühle bzw. Eindrücke. Im Gegenteil, dass was diese Menschen empfanden wurde von ihrem Umfeld als falsch oder auch als übertrieben dargestellt.

Da die Borderline-Störung vielfältige Symptome aufweist, ist eine Pharmako- sowie Psychotherapie nötig. Da die Symptome so verschieden sind, darf auch die Therapie nicht nur einseitig sein, sondern ist aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt. So erlernen die Betroffenen Möglichkeiten, Spannungen "gesund" abzubauen, beispielsweise durch Sport, Meditation oder ablenkenden Maßnahmen. Weiterhin wird ihnen aufgezeigt, wie sie mit Krisensituationen umgehen können, wie sie ihre Gefühle wahrnehmen und einordnen können und lernen Verantwortung für das Verhalten übernehmen. Zusätzlich werden traumatische Ereignisse aufgearbeitet.

Ein wichtiger Baustein in der Psychologie und Therapie ist die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) nach Marsha Linehan. Die DBT ist genau zugeschnitten auf die spezifischen Schwierigkeiten und Muster von BPS-Betroffenen und betrifft insbesondere die emotionale Instabilität. Dabei werden zwischenmenschliche Fertigkeiten und der bewusste Umgang mit Gefühlen geübt, sowie Fertigkeiten zur Stresstoleranz.


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