Lebensweltorientierung

Die "Lebenswelt der Adressaten" nach Hans Thiersch ist Gegenstand der Pädagogik. Er beschreibt in seinem Werk, wie der Alltag der Ansatzpunkt für eine Hilfe zur Selbsthilfe wird und wie dadurch Lebensmöglichkeiten freigesetzt und Randbedingungen verändert werden. Der Alltag basiert auf den Lebenserfahrungen aller Menschen und stellt somit die Wirklichkeit dar. Im Umfeld eines jeden Menschen gibt es Erfahrungen und Aufgaben die das Alltagsleben definieren. Die Erledigung der Aufgaben orientiert sich rein sachlich. Es entsteht beispielsweise Routine oder auch Regeln, aus welchen wiederum eine Entlastung des jeweiligen Menschen resultieren kann. Nach der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch gehen aus ihr neun Struktur- und Handlungsmaximen hervor, die die Pädagogik als Maßstab für ihre Weiterentwicklung und ihre Orientierung nehmen sollte. Dazu zählen: Prävention, Regionalisierung/Dezentralisierung, Alltagsorientierung, Integration/Normalisierung, Partizipation/Demokratisierung, Vernetzen/Planen, Einmischen, Aushandeln und Reflektieren.

Diese Handlungsmaxime findet man in vielen Bereichen in denen Pädagogisch Betreut wird wieder. Beispielsweise ist es die Prävention die die Sozialarbeiter als ständiges Werkzeug innerhalb von vielen Einrichtungen wie zum Beispiel Jugendheimen oder Bildungszentren nutzen. Durch präventives Vorgehen, vor allem mit Klienten jüngeren Alters, wird versucht das Problem im Keim zu ersticken, und nicht erst zu einem großen, vielleicht sogar unlösbarem Problem heranwachsen zu lassen. Man versucht stabile Verhältnisse für ein Leben in eigener Verantwortung zu schaffen. Im Falle einer auftretenden Krise werden bereitgestellte

Hilfeangebote aufgegriffen und man beginnt Lösungsvorschläge zu finden.

Die Integration spielt im Bereich der Jugendberufshilfe in der Pädagogik eine sehr übergeordnete Rolle. Es handelt sich hier um die Integration in die Arbeitswelt, um ein Leben in eigener Verantwortung und mit geregeltem Einkommen zu gewährleisten.Der Pädagoge kümmert sich um die Integration der Auszubildenden in Firmen und in das Arbeitsleben, woraus sie wiederum Sicherheit für ihr Leben außerhalb der Einrichtung gewinnen können.

Durch Mitwirken am gesellschaftlichen Leben erfährt der Klient automatisch die beste Integration und Teilhabe in die Gesellschaft. Viele Jugendlichen besuchen daher beispielsweise das Familienzentrum, wo sie Kindern in der Werkstatt mit Rat und Tat zur Seite stehen, und das im Bildungszentrums Gelernte nutzen und an andere weitergeben können. So fühlen sie sich gebraucht und steigern ihr Selbstwertgefühl ungemein. Sie spüren ein Rad im Ganzen der Gesellschaft zu sein, und sind bei diesen Aktionen immer sehr begeistert und motiviert. Es geht sehr stark darum dem Klient ein Gefühl von Verantwortung und des gebrauchtwerdens zu vermitteln. Den nur wer spürt das er gebraucht und wertgeschätzt wird, der hat auch Spaß an dem was er tut und gibt seine Energie dafür frei. In der Pädagogik ist das ein Grundsatz der Selbstverwirklichung. Die Lebenswelt als Ganzes muss in der Pädagogik als Gesamtpaket gesehen werden. Ein Mensch der aus einer schweren Gegend oder aus einem Kriegsgebiet kommt, der wird seine Probleme aufgrund des kulturellen Gepäcks, anders lösen als ein Mensch der gelernt hat bei Konflikten immer miteinander zu reden.


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