Die Pädagogik der Summerhill-Schule

Summerhill in Leiston/Suffolk in England ist vermutlich die weltweit älteste demokratische Schule. Sie ist ein privates Internat und wurde 1921 von A.S. Neill gegründet. Die Pädagogik der Schule stützt sich im wesentlichen auf drei Elemente:

1. Die "Selbstregierung" der Schüler 2. Die Freiwilligkeit des Unterrichtsbesuches 3. Werkstätten für Schüler

Die Prinzipien von Summerhill erinnern an die antiautoritäre Erziehung, von der sich Neill aber distanzierte. Er bezeichnet seine Pädagogik als "selbstregulative Erziehung". Die Kinder erhalten nach diesem Prinzip viel Freiraum, die Erziehung ist aber nicht frei von Regeln. Kinder sollen demnach ein sehr eigenständiges Leben mit eigenen Entscheidungen führen können und diesen Weg nicht von Eltern oder Erziehern vorgeschrieben bekommen.

Der freiwillige Unterricht basiert auf Neills Annahme, dass Schüler sehr viel effektiver lernen, wenn sie sich für die Materie interessieren. Zwang sei in der Pädagogik kontraproduktiv, in den jeweiligen Interessengebieten erscheinen die Schüler demnach aber gerne zum Unterricht und lernen dort umso mehr. Es existiert keine strikte Klasseneinteilung, sondern nur drei grobe Altersgruppen.

Zu den Regeln in Summerhill gehören zum einen gesetzliche Vorschriften zum Schutz der Schüler und zum anderen Regeln, die die Kinder gemeinsam mit den Erziehern bestimmen und auch wieder abschaffen. Die Schüler werden demokratisch stark beteiligt in den jeweiligen Entscheidungen.

Die Ordnung wird durch vier Organe aufrecht erhalten, durch das Komitee, die Ombudspersonen, das Tribunal und durch das General Meeting. Das General Meeting findet jeden Samstag statt. Hier wird über Entscheidungen abgestimmt. Jeder Schüler erhält eine Stimme, ebenso wie jeder Erzieher, der Mehrheitsbeschluss zählt. Ausgenommen sind nur einzelne Entscheidungen wie die Einstellung neuer Lehrer oder das Alkoholverbot, die allein der Direktion überlassen sind.

Das Tribunal ist ein Gremium, das sich jeden Freitag zusammenfindet und in dem alle Schüler und Erzieher über Probleme diskutieren. Die Ombudspersonen sind Schüler, die für einen jeweils kurzen Zeitraum zu Schiedsrichtern gewählt werden, die bei alltäglichen Problemen unter den Schülern eingreifen.

Schüler, die sich störend verhalten, werden in den meisten Fällen nicht bestraft. Stattdessen greift das Prinzip der Aufmerksamkeit, indem die Gemeinschaft sich besonders um die Bedürfnisse des problematischen Kindes kümmert und versucht, die Ursache für sein Fehlverhalten zu finden und zu beseitigen. In extremen Fällen des Fehlverhaltens muss ein Schüler aber die Schule verlassen. Diese Pädagogik des selbstbestimmten Lernens soll Kinder zu selbstbewussten Erwachsenen machen, die auch im Berufsleben gut Entscheidungen treffen können.


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