Rhytmus ist Bildung

Unter Rhythmus wird eine zyklisch wiederholende Ordnung in der Zeit verstanden. Er ist in gewissem Maße regelmäßig und strukturiert die Zeit. Rhythmus gilt als einer der Hauptparameter in der Musik, wobei er auf der einen Seite ein Sammelbegriff ist, der all jene Phänomene beinhaltet, die mit der Zeiteinteilung in der Musik zu tun haben. Auf der anderen Seite ist ein Rhythmus eine begrenzte Folge von verschieden langen Notenwerten und Pausen oder von akzentuierten Schlägen, die mit dem fortlaufenden gleichmäßigen Puls und mit den Schwerpunkten des Taktgefühls in einem unterschiedlich intensiven Spannungsverhältnis stehen.

Rhythmus gibt es aber nicht nur in der Musik. Auch das Sprechen verläuft rhythmisch. Beim Sprachrhythmus wird zwischen gebundener und freier Sprache unterschieden: Versform und Prosa. Bei der Versform gibt es einen klaren Rhythmus, er ist, ähnlich wie der Rhythmus in der Musik, auf ein metrisches Grundmaß bezogen. Der Sprachrhythmus ist dabei rational erfassbar und gestaltbar und in Versfüßen und Notenwerten darstellbar. Der ungebundene Rhythmus - die Prosa - ist dagegen irrational und nur sehr schwer, wenn überhaupt, darstellbar. Das heißt aber nicht, dass er struktur- und regellos ist. Meist erst bei Menschen mit Sprachrhythmusstörungen werden uns die Regelhaftigkeit eines normalen Sprachrhythmus und seine Bedeutung in der Prosa bewusst.

Der Bewegungsrhythmus ist in erster Linie sichtbar und körperlich erlebbar, unter bestimmten Bedingungen auch hörbar. Die Sichtbarkeit des Bewegungsrhythmus ist der Beweis dafür, dass Bewegungsrhythmen nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine räumliche Dimension haben. Es ist ein raumzeitlicher Prozess und die Ergänzung zu dem Rhythmus in der Musik und Sprache.

Beim Gehen, Laufen, Krabbeln, erlebt der Mensch seinen Körper im Rhythmus. Sein Atem trägt ihn in seinem Rhythmus, das Herz schlägt in wieder einem anderen. Menschliche Rhythmen sind nicht unveränderbar und immer gleich, sondern schwanken mit den menschlichen Bedürfnissen. Rhythmus ist Bewegung. Rhythmusempfindung ist das Erleben von Bewegung in Raum und Zeit.

Bodypercussion ist eine Methode für alle Altersgruppen, Rhythmus auf und mit dem eigenen Körper zu gestalten. Sie wird vordergründig dazu genutzt, Rhythmus zu erlernen. Das bedeutet Rhythmus mit dem Körper zu begreifen, ihn kognitiv zu verstehen und emotional wahrzunehmen. Damit ist es möglich, den Rhythmus in verschiedener Weise zu festigen. Beobachtungen in vielen Kulturen der Musik haben gezeigt, dass Rhythmus nicht nur mit Instrumenten, sondern wesentlich über Klanggesten und Stimme vermittelt wird. Die Aneignung von Rhythmen erfolgt durch die Imitation von Schritten, Klanggesten und Silben.

Bodypercussion greift Anregungen aus Kinder- und Bewegungsspielen, aus Tänzen, Trommelrhythmen und Rhythmusübungen vieler Kulturen auf. Diese werden systematisiert zu spezifischen Übungsfolgen, kleinen Stücken und Spielen. Die genutzten Körperklänge wie Klatschen, Schnipsen, Händereiben, Klopfen auf den Körper, Stampfen usw. werden von Sprache und Gesang begleitet. Die Arbeit in den drei Ebenen - Füße, Hände, Stimme - ermöglicht es, am eigenen Körper die rhythmisch-musikalischen Fundamente zu ergründen. Je nach Unterrichtsstil und Unterrichtsintention werden verschiedene Übungen gewählt. Möglich sind: Reine Übungen zur Bewegung und zu Klanggesten, rhythmische Übungen in Form von Sprechen auf Bewegungs-Ostinati, das Studium von traditionellen Rhythmuspattern oder improvisationsbetonte Übungen. Rhythmusfähigkeit verlangt immer ein gewisses Maß an taktiler und gleichgewichtsorientierter Selbstwahrnehmung und an motorischer Genauigkeit und Unabhängigkeit.

Die taktile Komponente des Body Percussion unterstützt die Selbstwahrnehmung, genauso helfen dabei Bewegungsabläufe wie Klatschen oder Stampfen. Bodypercussion bietet die Möglichkeit, verschiedene Bereiche auszubilden: Es werden Konzentration und Motorik geschult, Zusammengehörigkeits- und Gruppengefühl vermittelt und Selbstbewusstsein ausgebildet. Lernen ist hier nicht nur Auswendigwissen sondern Selbsterfahren am eigenen Körper.


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