Medien in Demokratie und Diktatur

Medien in Demokratie und Diktatur - ein Exkurs in die Geschichte der Medien an den Beispielen Weimarer Republik und DDR

Der Absatz 1 des fünften Artikels im gültigen Grundgesetz schreibt vor: "Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt." Auf diesem Grundsatz arbeiten in Deutschland Hunderte Journalisten an ihrer Aufgabe, die Bevölkerung zu informieren. Doch wie war das in der Geschichte?

In der Weimarer Republik (1918 - 1933) kam es zu einer Revolution, besonders im Fotojournalismus. Als 1924 kleinere Kameras entwickelt wurden, konnte schnelle, ungestellte Bilder geschossen wurden. Fotographen konnten nun in die "Hinterzimmer" der Politik vordringen. In den Zeitungen kam der Trend auf, mehr Bilder als Text zu zeigen; den Lesern wurden die Informationen durch Graphiken dargelegt. Allein 1924 bis 1926 wurden 17 Illustrierte neu gegründet. Und weil die Welt immer kleiner wurde, war es jetzt auch möglich, den Lauf der Geschichte in anderen Ländern mit Bildern festzuhalten und die Leser zu Hause über internationale Geschenisse aufzuklären. Auch in anderen Bereichen kam es zu einem Umschwung. Nach Jahren der Zensur nutzen die Journalisten ihre neu errungene Freiheit maßlos aus. Die alten Gesetze wurden Geschichte - die Berichterstattung wurde frecher. Mit einer Übertragung des siegreichen Boxkampfes von Max Schmeling began 1932 die Geschichte des öffentlichen Rundfunks. Es war allerdings kein Privatmedium, der Staat vergab Lizenzen und stellte Aufsichtsgremien auf. 1925 wurde die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gegründet, die alle bisherigen Sender unter sich vereinte. Mit den Hörerzahlen stieg auch die Popularität des neuen Medium. Und das, obwohl das Programm eher traditionell war. Übertragen wurden unter anderem Nachrichten, literarische und musikalische Darbietungen und Vorträge. Die Medienvielfalt und die Anschaulichkeit von Nachrichten in der Weimarer Republik sind in dieser Form prägend für die Geschichte. Die Medien machten Politik, denn sie informierten den Leser/Hörer über Neuerungen, Pläne und Skandale - und lieferten Beweisfotos.

Nur 16 Jahre später hatte sich eine komplette Wende in der Geschichte vollzogen. In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR, 1939 - 1990) machte die Politik die Medien, den es bestand strenge Zensur. Nach sowjetischem Vorbild wurde 1950 mit dem Credo "Unsere Presse - die schärfste Waffe der Partei" die gesamte Medienwelt umstrukturiert. Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland) behielt das Nachrichtenmonopol. Sie strebten Erfolgspropanganda an, das heißt, es wurde nur über Probleme berichtet, die sich leicht lösen liesen. Jeder Ansatz von Opposition und Kritik wurde im Keim erstickt. Der Artikel 27, der Meinungsfreiheit aussprach stand rechtlich unter Artikel 1, der die führende Rolle der SED festlegte. Obwohl nur für den Kriegsfall offiziell Zensoren vorgesehen waren, spürten Journalisten die "Schere im Kopf" immer. Jeden Dienstag und Donnerstag wurde die Reichspressekonferenz gehalten. Hier wurden "Empfehlungen und Richtlinien" herausgegeben, die in Wahrheit strikte Verbote waren. Zum Teil waren sie wirtschaftlicher Natur (das Verbot, Erdöl zu erwähnen), zum Teil politisch (kein Wort über Ausreisende oder China!) und zum Teil klangen sie irre (nichts über Tiefflüge oder Bratwurststände schreiben!). Ebenso tabu waren Personalentscheidungen in der Politik und Danksagungen an westliche Institute. In Konflikten zwischen anderen Staaten hatte die Presse Neutralität zu wahren. Bei Verfehlungen jeder Art drohte Zuchthaus oder Berufsverbot. Zur Kontrolle hatte das MfS (Ministerium für Staatssicherheit) viele inoffizielle Mitarbeiter in Zeitungen stationiert. Die meisten Auslandskorrespondenten arbeiteten ebenfalls im Auftrag der Regierung. Die Informationen, die sie herausfanden, gingen in Politikerhände und sahen nie eine Druckerpresse. Schon die Ausbildung bläute den jungen Journalisten Ehrfurcht ein. Jeder Student wurde vor der Zulassung zum Studium in Leipzig, das inoffiziell "Rotlichtbestrahlung" genannt wurde, auf seine politische Zuverlässigkeit hin geprüft. Die Absolventen hatten keine freie Arbeitsplatzwahl und waren mit ihrer einseitig russischen Sprachausbildung auch in ihrer Recherche sehr eingeschränkt. Mehrfach wurden West-Medien bei der Berichterstattung behindert, zum Beispiel 1987 und 1988, wobei letzteres in tätlichen Übergriffen endete. Die Geschichte der Medien in der DDR lässt zweifeln, wo das "Demokratische" an dieser Republik war.

Von der Weimarer Republik, wo jeder Journalist beinah frei war, bis zur DDR, in der jedes Radiomanuskript acht Unterschriften bis zur Sendeerlaubnis brauchte, waren es nur 16 Jahre. Doch die Unterschiede in der Geschichte der Medien sind immens. Der Einfluss, den die Politik auf die Medien und die Medien auf die Politik hatten, tauschten ihre Positionen.


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