Die Ursachen des 1. Weltkriegs

Der 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 war der erste große Konflikt des 20. Jahrhunderts und die erste Auseinandersetzung, in der das geballte Potenzial der industriellen Revolution aufeinanderprallen sollte. Wie konnte es aber zu einem Konflikt kommen, der Millionen Menschenleben kosten und halb Europa zum Schlachtfeld machen sollte?

Eine Ursache für den 1. Weltkrieg waren die imperialen Bestrebungen der Großmächte. Frankreich, Großbritannien und andere Kolonialmächte hatten im 19. Jahrhundert die Welt weitgehend unter sich aufgeteilt. Deutschland, das sich unter Bismarck eher als Mitte Europas begriff, suchte im ausgehenden 19. bzw. dem beginnenden 20. Jahrhundert hier seinen Platz an der Sonne. Die zunehmende industrielle Entwicklung und das wachsende wirtschaftliche Potenzial sorgten für einen steigenden Druck auf die Regierungen und die Fokussierung auf die Außenpolitik. Auch Deutschland wollte endlich in die Liga der Kolonialmächte aufsteigen. Und kollidierte mit diesem Ziel immer wieder mit Frankreich und Großbritannien. Russland, die Großmacht im Osten, versuchte sich dagegen als Beschützer aller Slawen zu profilieren – auch der Balkanbewohner. Folgerichtig kollidierte der russische Panslawismus automatisch mit dem Habsburgerreich Österreich-Ungarn, in dessen Vielvölkerstaat ein Sammelsurium slawischer Volksgruppen lebte.

Diese Gegensätze sollten in einer Bündnispolitik münden, welche die Bildung zweier Blöcke zur Folge hatte. Auf der einen Seite standen Frankreich, Russland und Großbritannien in der Entente. Auf der anderen Seite blieben nur noch Österreich-Ungarn und Deutschland. Anstatt Konflikte gemeinsam zu lösen, verfestigten sich beide großen Bündnisse in ihrer gegensätzlichen Haltung. Speziell Deutschland und Großbritannien standen sich trotz verwandtschaftlicher Beziehungen der Königshäuser zunehmend aggressiv gegenüber. Schuld war das Wettrüsten auf hoher See. Im Gegensatz zu seinem Vater richtete Wilhelm II. seine Aufmerksamkeit auf eine starke Marine. Und trieb den Neubau von Kreuzern, Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern in einem Maß voran, das zum Konflikt mit der Seemacht England führen musste. Am Ende dieses ungezügelten Flottenwettrüstens standen sich Seestreitkräfte gegenüber, die sich auf annährend demselben technischen Niveau befanden und ihre Kanonen gegeneinander richteten. Zusammen mit der Aufrüstung setzte in den Großmächten eine zunehmend nationalistische Stimmung ein, die das Vaterland und Militär über alles andere stellte. Aus dieser Stimmung heraus lassen sich die jubelnden Massen der ersten Kriegswochen erklären.

Eine wichtige Ursache für den 1. Weltkrieg fehlt aber noch – die gegensätzlichen Interessen im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Während es im Norden des Landes relativ ruhig blieb, gärte es auf dem Balkan. Speziell im heutigen Bosnien, Kroatien und Serbien war man mit der Wiener Politik alles andere als einverstanden. Serbien, zu diesem Zeitpunkt ein eigenständiges Königreich, war an den Balkankriegen beteiligt und pflegte wie der Rest der damaligen Welt einen ausgeprägten Nationalismus. Anhänger der großserbischen Idee sollten 1914 dann auch die Julikrise mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers auslösen und den Funken entzünden, der den 1. Weltkrieg entfachte. Obwohl der 1. Weltkrieg augenscheinlich auf dem Balkan seinen Anfang nahm, hatte die Auseinandersetzung mehrere Ursachen, die schließlich fast die gesamte Welt in den Konflikt hineinziehen sollten. Das Ergebnis waren neue Staaten auf drei Kontinenten und Millionen Tote und Verletzte, die in den Schützengräben eine vollkommen neue Art der Kriegsführung kennengelernt hatten.


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