Die Innenpolitik von Otto von Bismarck

Otto von Bismarck schrieb mit der Außen- sowie Innenpolitik Geschichte. Er schuf wichtige Gesetze aufgrund machtpolítischer Interessen, die jedoch so weitreichend waren, dass sie bis in unsere heutige Geschichte fundamentale Bedeutung haben.

Otto von Bismarck ging im Reichstag gegen die politische Opposition vor. Dies betraf zunächst die katholische Zentrumspartei. Er ergriff Maßnahmen, um die katholische Kirche zu schwächen. So erließ er 1871 den Kanzelparagraph. Dieser untersagte es den Geistlichen, sich in ihrer Predigt politisch zu äußern. Hielten sie sich nicht daran, so drohte ihnen bis zu 2 Jahre Gefängnis. Otto von Bismarck führte die Zivilehe als einzig gültige Eheform ein. Diese Ehe hat sich bis heute gehalten. Des weiteren übernahm der Staat die Aufsicht an allen Schulen und der Kirche wurde ein wichtiger Einfluss auf die Bildung entzogen. Er verbot den Jesuitenorden und strich alle staatlichen Zuwendungen an die katholische Kirche. 1876 wurde ein Klostergesetz erlassen, das alle kirchlichen Orden verbot.

Otto von Bismarck musste jedoch feststellen, dass all diese Sanktionen nicht zur Schwächung der katholischen Zentrumspartei beitrugen, sondern im Gegenteil. Die Zentrumspartei wurde die stärkste Partei im Reichstag. Daran konnten auch Verhaftungen von Priestern nichts ändern. Der Stratege Otto von Bismarck schwenkt um und nahm sukzessive alle Erlasse und Gesetze gegen die Kirche zurück, bis auf die Zivilehe und die staatliche Aufsicht über die Schulen und gehören auch heute zu unserer Geschichte und Gegenwart.

Diese beiden Gesetze gingen nachhaltig in die Geschichte ein und sind heute noch gültig. Otto von Bismarck zeigte ein ähnliches politisches Vorgehen gegen die Sozialisten: 1878 wurden zwei Attentate gegen Kaiser Wilhelm den Ersten verübt. Diese nahm Bismarck zum Vorwand, zahlreiche Sanktionen gegen die Oppositionspartei der Sozialisten zu veranlassen. So schuf er ein Sozialistengesetz, das sozialistische Vereine, Versammlungen und Schriften untersagte. Jeder, der den Anschein machte, den Sozialisten gewogen zu sein, musste mit Repressalien rechnen. So mussten Arbeiter zum Beispiel mit der sofortigen Entlassung rechnen. Die Folge war, dass die Sozialisten enormen Aufwind bekamen, sie hatten vorher bei etwa 3% der Sitze im Reichstag gedümpelt, jedoch die Aktionen Bismarcks gegenüber den Sozialisten und der Arbeiterschaft führten zu einer breiten Solidarisierung der Bevölkerung mit der sozialistischen Partei. Nun gelang Bismarcks größter Geniestreich der Geschichte im Bereich Sozialpolitik, die es vorher noch nicht gab: Um der sozialistischen Partei den Wind aus den Segeln zu nehmen, führte er Schritt für Schritt ein Sozialsystem ein, das Grundlage für unser heutiges Sozialsystem ist. Zunächst führte er 1883 eine Krankenversicherung ein, die für eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sorgte und für die Arztkosten und Medikamentenzahlungen aufkam. Diese Krankenversicherung wurde zur Hälfte jeweils von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert.

Ein Jahr später folgte die Unfallversicherung, die der Arbeitgeber zu tragen hatte. Weitere fünf Jahre später folgte die Rentenversicherung, die zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wurde.


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