Die Christenverfolgung im Römischen Reich

Die Verfolgung der Christen im Römischen Reich erstreckte sich über Jahrhunderte und endete erst unter Theodosius I., der das Christentum zur Staatsreligion machte. Anders als vielleicht heute wahrgenommen war die Christenverfolgung im Römischen Reich lange keine zentral gelenkt Repression gegen die Angehörigen der neuen Religion. Vielmehr setzt sich die Verfolgung der Christen aus einem Flickenteppich regionaler Aktionen in den einzelnen Provinzen zusammen und wird erst später auch durch die römischen Kaiser betrieben. In ihrem Umgang mit den Christen unterschieden sich die Imperatoren teilweise beträchtlich.

Zu ersten Übergriffen gegen die Religionsgemeinschaft kam es im Römischen Reich aber nicht in einer römischen Gemeinde, sondern in Judäa, das heute Teil des Staates Israel ist. Die Repressionen gingen auch nicht in erster Linie von den römischen Besatzern aus. Der erste Christ, der für seinen Glauben sterben musste, wurde im Namen des jüdischen Hohen Rats umgebracht. Die Motive für diese frühe Form der Christenverfolgung waren recht einfach zu überschauen. Die christliche Religionsgemeinschaft vertrat Ideen, die mit dem traditionellen jüdischen Glauben nicht in Einklang zu bringen waren. Mit dem gewaltsamen Tod von Diakon Stephanus im Jahr 36 n. Chr. kommt es in den Gebieten des heutigen Israel immer wieder zur Verfolgung und Vertreibung von Christen.

Nach dem Aufstand der Zeloten teilten Juden und Christen ein gemeinsames Schicksal. Die Vertriebenen siedelten sich in anderen Provinzen des Römischen Reiches an und verbreiteten hier ihren Glauben weiter. Mit dem Wachstum der einzelnen christlichen Gemeinden wuchs gleichzeitig das Spannungspotenzial, da religiöse Grundideen der Christen im Gegensatz zu den damals herrschenden Religionsgrundsätzen standen. Gleichzeitig verschärfte sich der Konflikt mit dem römischen Staat. Jesus Christus war bekanntlich als verurteilter Straftäter am Kreuz gestorben, was dessen Anbetung zum Affront gegen Rom machte.

Zum ersten Mal ernst für die Christen wurde die Lage im Römischen Reich unter Kaiser Nero. Nach dem Brand, der Rom verwüstete, machte man die Christen dafür verantwortlich. Und ließ die Gemeinden verfolgen. Allerdings ergab sich daraus noch keine einheitliche Christenverfolgung. Vielmehr verfolgte jeder der folgenden Kaiser seine eigene Politik. Und ließ Christen mal mehr, mal weniger unbehelligt. So soll Domitian die Christenverfolgung eingestellt haben. Unter Trajan (98–117) wird eine Praxis eingeführt, die eine aktive Verfolgung verbot. Eine Aburteilung nach Anzeige war aber durchaus möglich. Durch das 1. und 2. nachchristliche Jahrhundert lässt sich rückblickend keine systematische Verfolgung des Christentums im Römischen Reich nachweisen. Die Repressionen gegen diese neue Religionsgruppe waren in den meisten Fällen punktuell begrenzt oder nur mit Einschränkungen möglich. Das sacra privata – das Recht auf die private Religionsausübung – schützte viele Christen.

Einen deutlichen Wandel hat die Christenverfolgung im 3. Jahrhundert erlebt. Kaiser Serverus verschärfte die Verfolgung. Unter dessen Nachfolger Decius kommt es zur ersten gesamtstaatlich gelenkten Christenverfolgung. Bis Kaiser Galerius (305–311) sollte sich dieser Trend fortsetzen, um die Christen an Staat und Religion zu binden. Allerdings misslang die Ausrottung der Religionsgemeinschaft. Mit dem Toleranzedikt des Galerius wurde die Christenverfolgung im Römischen Reich de facto eingestellt. Ab da entwickelte sich das Potenzial des Christentums immer weiter, bis es 383 zur Staatsreligion wurde.


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