Die Bedeutung des Militärwesens für Preußen 1701 bis 1806

Für das Verständnis von Geschichte, Staat und Gesellschaft des sich aus vielen, geografisch, kulturell und gesellschaftlich zum Teil erheblich von einander unterscheidenden Territorien wie Ostpreußen, Pommern, Brandenburg oder Schlesien bestehenden preußischen Königreiches sind Kenntnisse über das Militärwesen Preußens unerlässlich.

Spätestens seit dem so genannten "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. (Regierungszeit 1713-1740) stellte die Armee neben dem absolutistisch herrschenden König und noch vor der zivilen Beamtenschaft die wichtigste Kraft im Staat dar. Der preußische Militärstaat wurde in seiner Geschichte außer vom "Soldatenkönig" vor allem von seinem Nachfolger Friedrich II. geprägt. Dessen Nachfolgern gelang es nicht, Staat und Militär den geänderten Zeitumständen anzupassen. Der unmodern gewordene militarisierte Staat Preußen war auch deshalb nicht in der Lage, dem Expansionsdrang des napoleonischen Frankreichs wirksam Widerstand entgegen zu setzen und ging am Anfang des 19. Jahrhunderts fast zugrunde.

Anfänge des preußischen Militärstaates

Der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm (Regierungszeit 1640 - 1688), versuchte erfolgreich die ständische Machtbefugnisse des Adels auf dem Gebiet des Militär- und Finanzwesens zu beschneiden. In diesem Zusammenhang baute er ein stehendes Heer unter seinem direkten Kommando nach niederländischen Vorbild auf und machte sich so von den bei bis dahin nur bei Bedarf einberufenen Truppen seines Adels unabhängig.

Sein Sohn Friedrich III. (Regierungszeit 1688-1713) wurde durch Selbstkrönung 1701 zum ersten preußischen König der Geschichte. Er schränkte die Ausgaben für die preußische Armee, die mittlerweile als die am besten ausgebildete Europas galt, zugunsten Repräsentations- und Kulturausgaben stark ein.

Ausformung der gesellschaftlichen Militarisierung

Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. gab im Gegensatz zum kunstsinnigen Vater den Großteil des Staatsetats für die Armee aus. Um die durch die oft gewaltsamen Soldatenwerbungen verursachten verheerenden Zusatände zu beenden, gab Friedrich Wilhelm I. der Rekrutierung durch das "Kantonreglement", nach dem jeder Landesbezirk eine bestimmte Anzahl von Rekruten zu stellen hatte, eine stabilisierende rechtliche Regelung. Das führte zusammen mit anderen königlichen Maßnahmen wie der von Friedrich II. vollendeten Verschmelzung des Adels mit dem Offizierkorps, der Ausrichtung von Wirtschaft und großen Teilen der Verwaltung auf das Militär in Verbindung mit den friderizianischen Kriegen ( insbesondere der Schlesischen Kriege 1740-48 und des Siebenjährigen Krieges 1756-1763) zu einer militärischen Durchdringung fast aller Lebensbereiche.

Diese soziale Militarisierung bewirkte die allgemeine Neigung zum Denken und Handeln in militärischen Kategorien und schwächte damit die Eigeninitiative und Kritikfähigkeit, bewirkte aber auch einen asugeprägten die Geschichte des Landes nachhaltig prägenden Staatspatriotismus.

Die nachfriderizianische Phase

Die weniger durchsetzungsfähigen Nachfolger Friedrichs II. waren nur bedingt in der Lage, die ihnen durch die friderizianische Staats- und Militärverfassung eingeräumte Stellung einer umfassend entscheidenden Spitze auszufüllen. Da aber weder Friedrich Wilhelm II. ( Regierungszeit 1786-1797) noch Friedrich Wilhelm III. (Regierungszeit 1797-1815) bereit waren, Kompetenzen abzugeben noch Neuerungen vorzunehmen, erstarrten Staat und Gesellschaft.

Ansätze das Heer ( und damit die Gesellschaft) vor dem Hintergrund der vom revolutionären Frankreich ausgehenden Bedrohungen zu reformieren, konnten sich gegen konservativen Widerstand nicht durchsetzen.

Als napoleonische Truppen in der für die preussische Geschichte bedeutsamen Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt 1806 auf preußische Verbände trafen, erlebten die nach veralteten Methoden kämpfenden Preußen ein Desaster. Preußen wurde vernichtend geschlagen und war der Gnade Napoleons ausgeliefert.


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