Der dreißigjährige Krieg

Einige Menschen glauben noch heute, dass die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges eine durchgängige Geschichte von dreißig Jahren Krieg gewesen sei. Dies entspricht jedoch nicht der Realität. Die Zeit vom 23.05.1618 bis zum 24.10.1648 umfasste mindestens 13 Einzelkriege, die den vier Hauptkriegen zugeordnet werden können: Von 1618-1623 spricht man vom Böhmisch-Pfälzischen Krieg, von 1623-1629 vom Dänisch-Niedersächsischen Krieg und vom Schwedischen Krieg in den Jahren 1630-1635. Zwischen 1635-1648 verortet man schließlich den Schwedisch-Französischen Krieg.

Zur Geschichte des Krieges

Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts kam es zu klimatischen Veränderungen in Europa, die zu vielen Missernten führten. Die Preise für Lebensmittel stiegen dramatisch an, so dass das Geld der Menschen fast nur noch ausschließlich für diese ausgegeben wurde. Dies führte zur Verarmung vieler Handwerker und zum Reichtum der Grundbesitzer und Großbauern. Eine tiefe soziale Kluft war entstanden und ein großer Teil der Bevölkerung lebte in Not und Verzweiflung. Deutschland war besonders betroffen, da sich die Bevölkerung von 15 Mio. Menschen auf 19 Mio. im Zuge der Zuwanderung erhöht hatte. Liberale Bedingungen für Protestanten sorgten für diesen Zuzug.

Auch in der damaligen kirchlichen Geschichte fanden die Menschen keinen Schutz. Es gab Frieden zwischen Katholiken und Protestanten und beide Religionen durften nebeneinander bestehen, aber der jeweilige Landesfürst entschied, welcher Konfession seine Einwohner angehörten. Dies sorgte für Unfrieden und die Länder rivalisierten miteinander. Der Kaiser konnte noch zwischen den Ländern vermitteln, bis er sich selbst auf Seiten der Katholiken positionierte. Der Kaiser hatte in der Geschichte bislang durch seine Hoheit Recht und Ordnung in den autonomen deutschen Ländern und Städten gewahrt und sich um die Belange der Außenpolitik bemüht, so dass derjenige, mit dem er im Bunde war, eine deutlich bessere Position als der andere hatte. Die Protestanten forderten auf dem Regensburger Parteitag die Bestätigung des Religionsfriedens. Der Kaiser sah darin einen Vertragsbruch der Protestanten und berief 1618 letztmalig beide Parteien in den Reichstag. Es kam zu keiner Einigung, da die katholische Seite sich gar nicht kompromissbereit zeigte. Beide Seiten rüsteten auf.

Zum Kriegsverlauf

Prag war Hauptstadt des habsburgischen Königs von Böhmen. Dort wollten die überwiegend protestantischen böhmischen Stände eine Versammlung einberufen. Die Wiener Regierung verbot diese. Einige protestantische Adlige stellten daraufhin die Beamten des Königs zur Rede und warfen sie schließlich kurzerhand aus dem Fenster. Sie überlebten, weil sie auf einem Misthaufen landeten. Mit dieser Posse des Prager Fenstersturzes begann der Dreißigjährige Krieg. Im Böhmisch-Pfälzischen Krieg stand Kurfürst Friedrich V. mit calvinistischen Staaten der Niederlande und einigen evangelischen habsburgischen Ständen dem deutlich stärkeren Heer des Herzogs Maximilian von Bayern im Auftrag und mit Unterstützung des Kaisers gegenüber. Auch Truppen aus den Niederlanden und Italien schlossen sich dem Herzog an. Deren Partei siegte recht schnell. In der zweiten Phase ab 1625 erhielten die Protestanten Unterstützung durch Dänemark, die Niederlande und England. Doch auch jetzt blieben die Katholiken überlegen.

Ab 1630 stellte sich Schweden auf Seite der Protestanten. 1635 kam es zu einer Verständigung zwischen Kaiser und Protestanten. Weil der calvinismus immer noch nicht als dritte Religion akzeptiert wurde, zog sich der Krieg noch bis 1648 weiter.


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