Die historische Kulturlandschaft der Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide ist eine einzigartige Kulturlandschaft in Norddeutschland, die erahnen lässt, wie der Norden früher ausgesehen hat. Seinen Ursprung hat das Landschaftsbild der Lüneburger Heide in der landwirtschaftlichen Nutzung und ist aus der Überweidung der früheren Wälder entstanden.

Geografisch erstreckt sich die Lüneburger Heide von der niedersächsischen Stadt Wolfsburg als südlichstem Punkt über Celle und Verden im Westen bis an die Grenzen Hamburgs im Norden und über Lauenburg und Uelzen im Osten. Die Lüneburger Heide wird von mehreren Flussläufen durchzogen. Zu den bekanntesten Wasserläufen gehören Aller, Aue und Ilmenau, die von vielen kleinen Bächen und Wasserläufen gespeist werden. Typisch für die Geologie der Kulturlandschaft Lüneburger Heide sind Ablagerung aus eiszeitlicher Zeit.

Aufgrund der langen Nutzung der Lüneburger Heide im Rahmen der Landwirtschaft zählt sie zu den historischen Kulturlandschaften. Analysen haben gezeigt, dass die Nutzung der Region bis ins Neolithikum reicht. Die Wälder der ursprünglichen Landschaft wurden abgeholzt und mussten landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen. Allerdings verarmten die Böden schnell, Felder und Siedlungen wurden daraufhin verlegt. Die Brachflächen wurden von der Heidelandschaft in Besitz genommen, die sich zunehmend ausbreiten konnte. Nach der Eroberung des Gebiets durch die Franken und dem Ende der Völkerwanderung nahm die Sesshaftigkeit der Bewohner der Heide zu, was auch zu Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung der Landflächen führte. Ein wesentliches Merkmal der Heidebauernwirtschaft war weniger der Anbau von Getreide und Kartoffeln. Vielmehr setzten die Heidebauern auf die Haltung der Heidschnucken, eine anspruchslose Schafrasse, die als natürlicher „Rasenmäher“ für eine stetige Verjüngung der Heide sorgte. Mit der Heideimkerei schufen sich die Bauern ein weiteres Standbein, das auf den blühenden Heideflächen basierte, die sich im Zuge der Heidschnuckenhaltung immer weiter verbreiteten. Über Jahrhunderte änderte sich an diesem Kreislauf der Heidebauernwirtschaft wenig und schuf die historische Kulturlandschaft der Lüneburger Heide.

Im 19. Jahrhundert setzten auch in der Lüneburger Heide grundlegende Veränderungen im Rahmen der Bewirtschaftung durch das Ende der feudalen Gesellschaft ein. Heideflächen teilte man unter Bauern auf, die ihr Land anschließend weiterverkauften. Die weitläufigen Heideflächen wurden im Zuge der Veränderungen mit Kiefern aufgeforstet und das Bild der historischen Kulturlandschaft immer weiter zerstört, bis es nur noch wenige zusammenhängende Heideflächen gab. Heute beschränken sich Heideflächen, wie sie zum Anfang des 19. Jahrhunderts überall im Raum der Lüneburger Heide vorhanden waren, im Wesentlichen auf die Naturschutzgebiete. Um die letzten Heideflächen nicht zu verlieren, erfolgt die Bewirtschaftung der Flächen auch im 21. Jahrhundert mit Heidschnucken, die Bäume und Sträucher klein halten. Erste Bemühungen, die Heide nicht komplett zu verlieren, setzten Anfang des 20. Jahrhunderts ein. Die Gründung des Naturschutzparks Lüneburger Heide geht auf das Wirken einiger Visionäre und Enthusiasten zurück, die Heideflächen aufkauften. 1921 wurde ein Gebiet von 200 Quadratkilometern unter Naturschutz gestellt. Im Laufe der Zeit sind im Bereich der Lüneburger Heide mehrere Naturparks entstanden. 1975 kam es zu einer Brandkatastrophe, die weite Teile der Südheide vernichtete. Zur Erhaltung der Heidelandschaften trägt deren Verwendung als Truppenübungsplatz bei. Die Lüneburger Heide ist als historische Kulturlandschaft ein letztes Zeugnis dafür, wie Norddeutschland vor dem Ende der Heidebauernwirtschaft aussah.


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