Historischer Überblick über die Entwicklung der deutschen Hochsprache

Jede Gesellschaft benötigt zum Zweck der Kommunikation eine Sprache, jedes Mitglied der Gesellschaft ist auch zugleich Mitglied der Sprachgemeinschaft. Auch Deutsch. Sprache und Sprechen in Deutsch und jeder anderen Sprache sind spezifische Formen gesellschaftlichen Handelns und voneinander abhängig. Wollen wir uns verständigen, so brauchen wir ein gemeinsames Sprachsystem, das von allen Kommunikationsteilnehmern in Wort und Schrift beherrscht wird. Es müssen verbindliche Normen für den grammatischen und orthographischen Bau der Sprache aufgestellt werden, die zu einer Vereinheitlichung der Sprache führen. Nur so kann die Begrenztheit der Kommunikation aufgehoben werden, können sprachliche Informationen speichern und beliebig wiederholbar gemacht werden. Dies alles hat sich erst im Laufe vieler Jahrhunderte im deutschen Sprachgebiet entwickelt, denn die deutsche Sprachlandschaft zeichnete sich durch eine hohe Anzahl von unterschiedlichen Mundarten und Dialekten aus, die eine überregionale Verständigung unmöglich machte.

Die Anfänge einer deutschen Orthographie finden wir in nur wenigen Texten aus althochdeutscher Zeit belegt. In den mittelalterlichen Klosterschulen wird dann in Anlehnung an das Lateinische ein deutsches Orthographiesystem entwickelt, das so einheitlich ist, dass bereits eine übergreifende Verständigung möglich ist. Im 14 Jahrhundert beginnt die verstärkte Entwicklung der Städte und damit wird das Bedürfnis in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht nach einer einheitlichen Sprache immer größer.

So unterhalten die größeren Städte - Prag, Nürnberg, Wien - Kanzleien, in denen Dokumente und Geschäftsbriefe formuliert, Zunftordnungen der Handwerke festgelegt, Rechnungen, Verträge, Zeugnisse u.v.m. angefertigt werden. In sog. Schreiberschulen werden Schüler vorbereitet auf den neuen Beruf des Schreibers der im höchsten Ansehen steht und die Grundlage für die Entwicklung und Verbreitung der deutschen Sprache legt. Auch die Gründung der Universitäten die älteste im damaligen Deutschen Reich war 1348 Prag unterstützen diese Entwicklung.

Im 15. Jahrhundert ermöglicht es die Erfindung des Buchdrucks durch Johann GUTENBERG, dass jetzt viele Schriften Menschen erreichen, die bisher keinen Zugang zu Büchern hatten. Auch wenn zunächst hauptsächlich religiöse Texte vornehmlich in lateinischer Sprache gedruckt werden, erschließt diese Erfindung völlig neue Möglichkeiten für das geistige Leben und die Entwicklung von Schrift und Sprache.

Die großen gesellschaftlichen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts Reformation und Bauernkriege bedingen eine neue Kommunikationsform, nämlich die der Streit- und Flugschriften, die in deutscher Sprache verfasst und in Auflagen bis zu 10 000 Stück verteilt werden. Auch werden volkstümliche Schriften verbreite: Sagen und Märchen, Anekdoten und Schwänke, wie zum Beispiel die von Till Eulenspiegel. Die Bemühungen um eine Vereinheitlichung der Sprache lassen sich ablesen an den Arbeiten der frühen Grammatiker. Schon 15. Jahrhundert entstehen die ersten Wörterbücher und Grammatiken von Aventin und V.Ickelsamer. Diese und alle nachfolgenden Grammatiker versuchen Regeln für die deutsche Rechtschreibung aufzustellen. Vor allem Martin Luther muss in diesem Zusammenhang genannt werden, denn seine Übersetzung der Bibel im 16. Jahrhundert ist die Grundlage der neuhochdeutschen Schriftsprache und damit die Basis für eine allgemeine, Deutsch allen zugängliche Literatur.J.C. Gottsched schließlich schreibt in seiner Einleitung zur Deutsch-Sprachkunst: Eine Sprachkunst überhaupt ist eine gegründete Anweisung, wie man die Sprache eines gewissen Volkes, zb Deutsch nach der besten Mundart desselben, und nach der Einstimmung seiner besten Schriftsteller, richtig und zierlich, sowohl reden, als schreiben solle. In Deutsch J.C. Gottsched Vollständigere und Neu erläuterte Deutsche Sprachkunst, Leipzig 1762. Hierin begründete er die neuhochdeutsche Tradition einer geregelten deutschen Sprache.


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