Ethnologie

Die Sowi befasst sich mit sehr vielen, völlig unterschiedlich gearteten Themenbereichen, was sie so interessant und Komplex macht. Ein Teilbereich der Sowi ist die Ethnologie, die früher auch Völkerkunde genannt wurde. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Ethnologie ein eigenständiges Lehrfach an Universitäten, wobei sich Deutschland als Vorreiter präsentierte und die anglikanischen Staaten, als England und die USA, kurz darauf nachzogen. Obgleich früher eher ethnische Gesellschaften und Gruppen im Blickpunkt der Aufmerksamkeit standen, sind heutzutage sowohl der urbane Mensch im Fokus wie auch andere Gesellschaftsformen und Gruppen. Natürlich sind noch immer die in Übersee beheimateten, auf ihre traditionellen Werte ausgerichteten Kulturen ein beliebtes Forschungsthema. Die klassische Völkerkunde zielte auf schriftlose Kulturen außerhalb Europas, vor allem Kulturen, die vom Aussterben bedroht schienen.

Das Augenmerk der früheren Ethnologen richtete sich zunächst eher auf Kleinstgruppen als auf größere Lebensgesellschaften, deren Abhängigkeit voneinander sie genau beobachteten und dokumentierten. Gerade Kleinstgruppen lassen sich durch 'teilnehmende Beobachtungen' wissenschaftlich erfassen und analysieren, wobei auf eine statistische Erfassung weitgehend verzichtet wird. Auch das Sammeln möglichst vieler Daten ist eher unpopulär. Der Ethnologe zielt eher auf die Erfassung der kompletten Lebensumstände und kulturellen Hintergründe. Natürlich kommt es vor, dass sich Kleinstgruppen zu großen Gruppen organisieren, was auch von ethnologischem Interesse ist und einen eigenen Fachbereich der Ethnologie bildet. Alle gesellschaftlich relevante Aspekte einer Gesellschaft wie die Religion, Recht oder wirtschaftliche Belange sind Unterdisziplinen der Ethnologie. Es gibt aber auch Fachbereiche wie Ethnobotanik oder Ethnomedizin, denen zunehmend mehr Interesse entgegen gebracht wird. Eine der beliebtesten Fachbereiche ist allerdings die Verwandtschaftsethnologie.

Zunächst sammelten die ersten Ethnologen auf ihren Forschungsreisen in unerschlossenen Gegenden so viele Fakten wie sie nur konnten und versuchten sie in einen Kontext zu bringen. Dabei benutzen sie durchaus die Erfahrungen von Missionaren, Soldaten oder Beamten der verschiedenen Übersee-Kolonien. Aber seit den 1920 er Jahren werden beinahe ausschließlich Sowi Daten verwendet, die der Ethnologe selbst gesammelt hat. Das Hauptaugenmerk eines forschenden Ethnologen liegt auf der 'teilnehmenden Beobachtung', wo bei der Forscher als Mitglied in die Kleinstgruppe aufgenommen wird und er so während des Alltags der Menschen seine Daten sammeln und notieren kann. Somit ist die Ethnologie eher von der Feldforschung geprägt als von aus Büchern erworbenen Theorien.

Die Arbeit eines Ethnologen ermöglicht es Außenstehenden einen besonderen Blick auf die Funktionsweisen von Kleinstgruppen zu richten. Sehr oft wählen sie den Blickwinkel der in der Gesellschaft arme Mitglieder, um so die Auswirkungen der Gesellschaftsform auf alle Schichten beurteilen zu können. Doch auch die Eliten werden immer öfter in die Forschung im Interesse der Sowi einbezogen, um den ganzen Komplex besser beurteilen zu können. Selbstverständlich interessieren sich die Ethnologen auch für die inneren Werte wie Gefühle ihrer Kleinstgruppen, denn nur so lässt sich ihre Kultur und deren Mitglieder wirklich verstehen und erfassen. Dabei muss auch der historische Aspekt einbezogen und gewertet werden. Es ist keinesfalls die Aufgabe eines Ethnologen zu bewerten, ob die Lebensweise einer Gesellschaft richtig, modern oder verheerend ist. Es ist vielmehr seine Aufgabe, ihr soziales und politisches Leben genau zu studieren und daraus Schlussfolgerungen Sowi relevante Fakten zu ziehen.


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